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Interview: Emilie Autumn

vom 4. September 2013 im Gruenspan, Hamburg
Emilie Autumn war wieder einmal zu Gast in Hamburg! Nachdem wir bereits anno 2012 mit der extrovertierten Künstlerin gesprochen hatten, ließen wir es uns natürlich auch 2013 nicht nehmen, sie im Hamburger Gruenspan erneut zu einem ausgelassenen Plausch vor die Kamera zu laden. Aus einem eigentlich nur für 15 Minuten angesetzten Kurzinterview wurde schlussendlich fast eine halbe Stunde tiefgründiger Unterhaltung über metamenschliche Beziehungen, die Gesellschaft im Wandel der Zeit … und natürlich Emilies ganz persönlicher Entwicklung gemeinsam mit ihren Fans! Tja, so etwas passiert halt, wenn Tourmanager plötzlich verschwinden und nicht – wie sonst – gerade rechtzeitig wieder auftauchen, um eifrige Journalisten bereits kurz nach dem Intro abzuwürgen.
„Okay, let’s not work at McDonalds! We make that deal together? But I mean, if we ever have to, we will do that with dignity and then we will move on to a new situation: Work at Starbucks.”
Redselig wie eh und je berichtete uns die sympathische Sängerin halbhamburgischer Abstammung von ihrer neuerlichen „Fight Like A Girl World Tour 2013“ und darüber, wie sich ihr Publikum von einer anfänglich eher „gothindustriell“ geprägten Zielgruppe hin zu theateraffinen Kunstliebhabern entwickelt hat. Überhaupt plant Emilie bereits seit Langem, mit ihrer Show mehr und mehr in Richtung Broadway-Musical zu gehen. Tatsächlich betrachtet sie diese aktuellen Tournéen als die mutmaßlich letzte Station vor dem Sprung auf die große Bühne mit Orchester und allem, was dazu gehört. Während sie also munter an den Themen der „Bösewichter“ im kommenden Autumn-Musiktheater komponiert, stellen sich natürlich einige zentrale Fragen: Wie schafft man es, ein Theaterpublikum zu begeistern, ohne die alteingesessenen Fans der „What if“-Ära hinter sich zu lassen? Wie wichtig ist es Emilie dabei, dass die unterschiedlichen Charaktere ihres Publikums gegenseitig voneinander lernen und selbstständig reifen? Sie spricht von einem „Dialog“ zwischen Künstler, Fan und Musik.
“Oh God! We did so badly that our beautiful camera man just left us! He’s like ‘Screw this! I don’t wanna take this conversation anymore!’ And I don’t blame him! Because I’ve just taken it down to a place we did not wanna go! I apologize.”
Aber wie wächst ein Publikum mit einem Künstler und welchen Einfluss hat die Bereitschaft der Crowd auf die Zeit, die zwischen zwei Musikalben vergehen muss, um zu „funktionieren“? Wie wichtig ist es als Künstler dabei, unabhängig von Gelddruck und Labeldiktaten zu sein? Wie kommt es, dass viele Leute Musik sofort als „kunstvoll“ betrachten, sobald sie düster und depressiv anmutet? Können auch glückliche Texte ein Publikum emotional binden, oder sind sie doch eher für Partymucke und nichts weiter geeignet? Wieso funktionieren laut Emilie glückliche Momente vor allem dann, wenn man vorher die dunklen Phasen beleuchtet und gemeinsam durchgestanden hat? Wie ähnlich ist ein gelungenes Musikalbum in dieser Hinsicht einem guten Roman oder Drehbuch? Wieviel Dramaturgie steckt in einer Diskographie und welche Bedeutung haben Emilies ganz persönliche Erfahrungen und diejenigen ihrer Fans dabei?
„If you have an album full of happy songs, that’s a pretty shitty story!”
Neben diesen sehr konkret auf die Zukunft gerichteten Themen sprachen wir auch über die Gesellschaft im Allgemeinen: In wiefern haben sich die Menschen daran gewöhnt, keinen großen Respekt vor einem Künstler als Menschen mehr zu haben, sondern stattdessen vorrangig auf „gekaufte“ Prominenz zu schauen? Welche Folgen wird diese Fake-Fixierung der heutigen Jugend für die Zukunft haben? Wieso scheint uns die Achtung voreinander immer weiter abhanden zu kommen? Und warum hat Emilie das Gefühl, dass gerade ihre Musik und ihre Shows Menschen zusammenbringt, die von dieser Entwicklung auffallend unberührt geblieben sind?
Dies und vieles mehr erfahrt ihr in unserem ausführlichen Video-Interview mit Emilie Autumn! Zu guter Letzt gab es auch einige sehr sympathische Lacher im Gespräch. Warum wäre es so schlimm für Emilie, bei McDonalds zu arbeiten? Weil sie Vegetariern ist, oder weil sie ihre gesunde Haut nicht behalten würde? Und wieso verpisste sich eigentlich mitten im Gespräch plötzlich unser Kameramann ...
Viel Spaß beim Schauen!
Cheers.
P.s. Unsere Fotogalerie zum Emilie-Autumn-Konzert im Hamburger Gruenspan am 4. September 2013 findet ihr übrigens hier!
Moderation: Arne Luaith; Fotografie: Arne Luaith; Kamera: Alexander Kipke

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