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This Is How the Wind Shifts – Silverstein

Kritik von: Adrian Erben
Album-Cover von This Is How the Wind Shifts’ „Silverstein“ (2013).
„Gutes Album mit schlüssigem Konzept.“
Interpret: This Is How the Wind Shifts
Titel: Silverstein
Erschienen: 2013
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Silverstein sind seit mittlerweile mehr als zehn Jahren eine absolute Größe im Post-Hardcore Genre. Das siebte Album der Band aus Kanada hört auf den poetisch anmutenden Namen This Is How the Wind Shifts. Laut Frontman Shane Told handelt es sich hierbei wieder um ein Konzeptalbum, ähnlich dem 2009er Output A Shipwreck in the Sand. Und in einer weiteren Hinsicht ist diese Veröffentlichung ein Meilenstein für die Gruppe: Es ist die erste nach dem Ausstieg des langjährigen Gitarristen Neil Boshart, der neue Mann im Bunde ist Paul-Marc Rousseau. Zwei gewichtige Gründe, das Opus mal näher zu untersuchen.
Tracklist:
Side A
1. Stand Amid the Roar
2. On Brave Mountains We Conquer
3. Massachusetts
4. This Is How
5. A Better Place
6. Hide Your Secrets
7. Arrivals
Side B
8. In a Place of Solace
9. In Silent Seas We Drown
10. California
11. The Wind Shifts
12. To Live and to Lose
13. With Second Chances
14. Departures
Vom Aufbau ist die Platte in Side A und Side B gegliedert, wie es auf einer klassischen LP der Fall ist, allerdings muss man die CD natürlich nicht wenden. Dennoch ist dieses System nicht unwichtig, wie später noch deutlich wird. Der Opener Stand Amid the Roar wurde vorab bereits als Single veröffentlicht – nach kurzem Spannungsaufbau steigen die Gitarren mit einem Ohrwurm-gefährdenden Riff ins Geschehen ein. Das Zusammenspiel aus Lead und Background Vocals funktioniert grandios. Zur Mitte des Songs gibt es einen ruhigen, melodischen Teil, darauf folgt dann choraler Gesang – die Vorlage für Fans bei Live Konzerten. Zum Schluss wechselt die Band wieder ins Main Riff. Ein perfekter Post-Hardcore Song, der in der Szene bald den Klassiker-Status erreichen dürfte. Weiter geht es mit On Brave Mountains We Conquer. Dieser Track wird durch den Beat langsamer gehalten, als er es nötig hätte. Nichtsdestotrotz findet sich auch hier schöne Gitarrenarbeit in Verbindung mit gelungenen Vocals, vor allem der Chorus rockt, die Bridge hingegen ist sehr melodisch. Stilistisch bewegen sich Silverstein hier eher im Emo-Genre. Massachusetts ist ein weiteres Highlight der Scheibe, nicht zuletzt dank seinem sehr melodischen Chorus. Der Song an sich ist eher langsam, punktet aber durch außerordentliche Gesangslinien. Einen guten Kontrast bildet die harte, durch Screams geprägte Bridge. Nun folgt mit This Is How ein erstes kurzes Interlude, bestehend aus Vocals, welche durch die Gitarre begleitet werden.
Der nächste Titel ist A Better Place, ein eher gemächlicher Song, der auf einem Gerüst aus hartem Beat und Powerchords aufbaut, kurz gesagt: er ist nicht besonders komplex. Der Gesang ist auch hier wieder sehr melodisch. Nett ist der härtere Part am Ende, in dem sich auch in Mini-Tonartwechsel findet. Hide Your Secrets beginnt mit einem offen gespielten Akkord – der später auch als Bridge fungiert -, bevor er dann zu einem schönen, aber durchschnittlichen Rocksong verkommt, der vor allem durch Shane Tolds Ausnahme-Gesangstalent punktet. Atemgeräusche markieren den Anfang von Arrivals, dem zweiten Kurzsong. Seine traurigen Lyrics werden durch eine melancholische Melodie untermalt. Hiermit endet Side A, und das Konzept des Albums wird deutlicher: Side A und Side B sind namentlich simultan aufgebaut, die Titelnamen beziehen sich auf das jeweilige Gegenstück. Massachusetts passt zum Beispiel zu California, oder Arrivals zu Departures. Besonders klar wird es aber bei Track 4 und 11, deren Namen zusammen den Albumtitel This Is How the Wind Shifts ergeben. Nun aber weiter mit dem nächsten Song, In a Place of Solace: Das Intro ist stark verzerrt, entfernt klingende Stimmen sind vernehmbar. Nun folgt ein Bassriff, das so stark mit Distortion verzerrt ist, dass einige Hörer sie kaum von einem Gitarrenriff unterscheiden werden können. Die Leadvocals werden hier vom Lead Gitarristen übernommen, bestehen allerdings überwiegend aus Screams. Das Gesamtprodukt will aber nicht so recht zum Rest der Scheibe passen, es ist viel härter und erinnert stilistisch eher an die zeitgenössische Metalcore Szene aus England. In Silent Seas We Drown ist zwar glücklicherweise wieder besser gelungen, allerdings ist auch dieser Song eher langatmig. Die Riffs erinnern an Nu Metal und sind sehr auf den Hintergrundgesang ausgerichtet, das Orgel-Outro verleiht dem ganzen eine kleine Portion Coolness. Der folgende Titel heißt California und bildet - wie schon angesprochen - das Gegenstück zu Massachusetts von Side A.
Nach einem schönen, melodiösen Intro steigt ein hartes Gitarrenriff ein. Der Verse ist sehr hart, der Chorus hingegen melodisch. Generell setzt die zweite Hälfte des Liedes auf Melodien. Dies alles harmoniert sehr gut zusammen und bildet einen weiteren Höhepunkt der LP. The Wind Shifts ist ein weiteres Zwischenspiel und fügt sich an This Is How an, auch der Aufbau ist ähnlich. To Live and to Lose ist ein schöner Midtempo Rocksong. Nach einem offen gespielten Akkord am Anfang folgen gemächliche Powerchord-Riffs – bis hierhin nichts besonderes, der Clue an der Sache ist diesmal das Schlagzeug: So gibt es zum Anfang zur Begleitung ein bisschen Snare-Wirbel, bevor die Bass Drum an Bedeutung gewinnt. Die eigentlichen Highlights sind die vereinzelten harten Ausbrüche und die dazwischen liegenden ruhigen Parts. Der Song ist ganz okay, aber auf der Platte waren auch schon bessere, zu denen gehört auch das nachfolgende With Second Chances. Dieser Track ist härter und setzt auf einen Punk Beat, dadurch nimmt er eine gewisse Sonderstellung ein. Wie üblich wechselt Silverstein zwischen hartem Verse und eher rockigem Chorus, das Produkt ist überzeugend. Als Abschlusstitel wurde Departures gewählt, ein gelungener Closer. Das Intro ist ruhig und gemächlich, bevor ein hartes Gitarrenriff einsteigt. Der Gesang weiß einmal mehr zu überzeugen und generiert eine gefühlvolle und epische Atmosphäre. Stellenweise wirkt dieser Song zwar etwas gekünstelt, aber es hält sich noch in akzeptablen Ausmaßen.
Die Produktion wurde wie üblich von Stammproduzent Jordan Valeriote übernommen, wodurch klanglich altbewährtes fortgesetzt werden konnte. Soundtechnisch sind die Aufnahmen sehr überzeugend. Der Abgang von Gitarrist Neil Boshart konnte ohne Qualitätsabfall kompensiert werden, im Gegenteil, das bisschen Frischlust hat der Band vielleicht sogar gut getan. Das Albumartwork ist nett anzusehen, im Zentrum des Covers steht ein Bison in der Prärie.
Fazit: Mit This Is How the Wind Shifts ist Silverstein ein sehr gutes Album gelungen, das auf ein schlüssiges Konzept setzt. Nach zuletzt eher durchwachsenen Outputs ist die Tendenz diesmal wieder klar steigend und wir hoffen, dass das so bleibt. 86 von 100 Punkten.

 
Score:
86% Hervorragend!

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