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Nachbericht: Hamburg Metal Dayz

Autor: Lars Petruck, Milena Kracke

Zu guter Letzt bleibt doch die Musik das Wichtigste!

Alle, die ein drei Tages Ticket für die Metal Dayz in der Hamburger Markthalle ergattert haben, müssen uns sicherlich in dem Punkt zustimmen, dass die Veranstaltung beinahe schon den Eindruck eines kleinen Festivals erweckte, nur dass man nicht vor Ort übernachten konnte. Aber auch alle, die die Metal Dayz nur für einen Tag besucht haben dürften voll auf ihre Kosten gekommen sein. Denn neben den vielen hochkarätigen Bands, die vom 20.09. bis zum 22.09.12 in der Markthalle auftraten, war vor allem das Rahmenprogramm rund um die Shows etwas, was es in dieser Form in dieser Location noch nicht gegeben haben dürfte.
Neben Lesungen, in denen es um Werke zum Thema Metal – wie soll es auch anders sein – ging, Musikworkshops, bei denen u. a. Bassisten und Drummer ihre Fertigkeiten verbessern und mit professionellen Musikern Erfahrungen Austauschen konnten und einer Comedyshow von Moses W. und The Heavies, die ihm großen Saal präsentiert wurde, waren vor allem auch die sogenannten Panels gut besucht. Diese Experten – und Diskussionsrunden fanden ausschließlich im kleineren MarX statt und behandelten Themen, wie „Wo geht der Metal hin - stilistisch & geschäftlich?“, „Wie eine Band sich aufstellen muss“ oder „Geld verdienen mit Band & Musik“.
In diesen Runden waren Vertreter von Labels, Musiker und viele weitere Personen integriert und so konnte ein ausgewogener Meinungsaustausch aus verschieden Perspektiven zu Stande kommen. Auch dem Publikum wurde hierbei die Möglichkeit gegeben sich mit Fragen oder einer eigenen Meinung zu dem jeweiligen Thema an der Diskussion zu beteiligen. Leider war die Zeit häufig nicht ausreichend, um die Thematik der durchaus kontroversen Themen ausgiebig ausschöpfen zu können. Nichtsdestotrotz wurden bei den Panels immer wieder neue Ansätze eingebracht und letztendlich konnte sich wohl auch jeder beteiligte ein eigenes, detaillierteres Bild zu den Hintergründen um den Metal und die damit verbundene Musikindustrie bilden.
Natürlich hatten die Fans während der Gesamten Veranstaltung außerdem die Möglichkeit, sich beim Meet & Greet im Foyer kostenlos Autogramme ihrer Lieblingsbands zu holen und ein, wenn auch nur kurzes Pläuschen mit den Musikern zu halten, denn die einzelnen Bands waren jeweils nur für einen Zeitraum von einer halben Stunde beim Meet & Greet anzutreffen und aufgrund des ausgefüllten Zeitplans während der Metal Dayz konnte hier, wie auch bei den übrigen Rahmenveranstaltungen, nicht lange überzogen werden.
Doch ganz egal wie abwechslungsreich und interessant das Rahmenprogramm auch gestaltet war, so wurde die Zuschauerzahl hierbei doch umso kleiner, je näher der nächste große Auftritt einer der vielen beteiligten Bands rückte. Denn eben diese Liveauftritte waren es hauptsächlich die den Geist einer solchen Veranstaltung ausmachen und die Fans scharenweise in den großen Saal stürmen ließen. Dabei war die Running-Order so durchgeplant, dass es sich für Fans bestimmter Genres lohnte die Metal Dayz auch nur für einen Abend zu besuchen. Am ersten Tag stand beispielsweise mit Bands wie Neaera, Callejon und Heaven Shall Burn der Metalcore im Mittelpunkt. In einem vollgefüllten großen Saal wurde hier zu harten Metalklängen gefeiert, gesungen und gemosht. Die Stimmung war sehr ausgelassen und wurde durch die Bands noch bis zum Höhepunkt angeheizt. So war sich der Benny Hilleke von Neaera beispielsweise nicht zu schade eine selbst angezettelte Wall Of Death persönlich anzuführen und samt Mikro in der ersten Reihe zu stehen. So viel Einsatz verdient Respekt! Doch insgesamt schafften es wohl alle Bands des Abends mit Krachern aus ihrem gesamten Repertoire die Erwartung der Fans in vollem Umfang zu erfüllen.
Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass es in einem der zur Diskussion gestellten Themen während des Panels „Wo geht der Metal hin - stilistisch & geschäftlich?“ darum ging, ob die verschiedenen Metalgenres auch eine Generationsfrage darstellen und unterschiedliche Arten von Metallern ansprechen. Diesen Punkt sehe ich durch die Metal Dayz als bestätigt, da schnell deutlich wurde, dass am ersten Abend vor allem das junge Publikum angezogen wurde und das sich der Kleidungsstil zwischen den Fans der verschiedenen Genres doch teilweise stark unterscheidet. So war am zweiten Abend, der mit Audrey Horne, Stormwarrior und Saxon eher im Zeichen des Hard Rock bis Heavy Metal stand, ein eher älteres Publikum vertreten. Dies brachte der ungetrübten Feierlaune, wie sie bereits am ersten Tag aufgekommen war, jedoch keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, bei einem ebenfalls vollgefüllten Saal wurden lauthals die vielen bekannten Klassiker mitgesungen und die Metalfäuste dauerhaft in die Luft gehalten.
Der letzte Abend war nun wieder Genretechnisch etwas gemischter und jeder Gast hatte wohl seinen eigenen besonderen Favoriten. So war bereits Megaherz, als erste Band des Abends auf der großen Bühne sehr begehrt, doch vor allem bei den Punkrockern von Betontod und ihren Liedern wie „Wir müssen aufhören weniger zu trinken“ fühlte man sich letztendlich schon wie auf einer riesigen Party. Und genau das ist es doch was so einen Abend so besonders macht. Besonders beliebt war natürlich auch Doro als Hauptact des Abends, aber dies war bereits an der ewig langen Schlange, die sich vor ihrem Meet & Greet Stand gebildet hatte abzusehen.
Alles in allem waren es jedoch nicht nur die Bands auf der Hauptbühne, die die Fans begeisterten. Denn während der gesamten Metal Dayz wurde im kleineren MarX noch ein Alternativprogramm mit nicht minder hochkarätigen Bands angeboten. Und hier kamen nun auch die Blackmetalfans auf ihre Kosten, den das Programm im MarX wurde eingerahmt von Der Weg einer Freiheit und Endstille, die beide mit ihrer Setlist überzeugen konnten.
Jeder Blackmetalfan wird dabei sicherlich nachvollziehen können, dass ein solcher Auftritt auf einer kleineren Bühne sehr viel atmosphärischer sein kann, als auf einer der größeren Bühnen der Metalwelt und so war auch das MarX vergleichsweise sehr gut gefüllt. Weitere Bands wie Avatar, Rimfrost und Hatesphere schafften es nun während der drei Tage das musikalische Programm im MarX zu komplettieren. Die Auftritte dort waren dafür, dass dieser Raum denkbar klein ist und eine Band von über fünf Leuten kaum auf der Bühne Platz zur Entfaltung finden kann, während der gesamten Zeit gut besucht und verhalfen zu einer noch stärker gesteigerten Festivalatmosphäre, da sich die Bands teils mit denjenigen, die auf der größeren Bühne spielten, überschnitten und so eine weitere Abwechslung zum Hauptprogramm boten.
Insgesamt wurde den Metalfans während der Veranstaltung ein für Hamburg und die Markthalle außergewöhnliches, abwechslungsreiches und ausgefülltes Programm geboten und so sind die Metal Dayz als voller Erfolg zu bewerten. Allen von euch, die schon nach einer Fortsetzung verlangen, sei gesagt, dass die Show ein derartig gut ankam, dass die Veranstalter eine Wiederholung im Rahmen des nächsten Reeperbahn Festivals angekündigt haben.
Abschließend sei noch zu erwähnen, dass die Jungs von Heaven Shall Burn, die Hälfte der Gage für ihren Auftritt auftritt auf den Metal Dayz an die Wacken Fundation gespendet haben, die sich mit der Förderung von Heavy Metal-Musik beschäftigt und Bands und Künstler aus dem Genre unterstützt. Diese Einsatzbereitschaft verdient noch einmal besondere Anerkennung. Wir freuen uns und sind sehr gespannt darauf, mit welchen Acts und Einlagen bei dieser Fortsetzung aufgewartet wird.
Mehr Infos zum Event findet ihr auf der Website: http://www.hamburg-metal-dayz.de/de/

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