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Interview: Dark Age

mit Jörn Schubert und Eike Freese vom 1. Juni 2011 in den Hammer Recording Studios, Hamburg
Am 1. Juni 2011 hatte uns Dirk Schlächter, Bassist von Gamma Ray, zu sich in die Hammer Recording Studios in Hamburg zu einem gemütlichen Plausch, einer Tasse Kaffée und einer Fortsetzung unseres Interviews vom 25. April 2011 im Tivoli (Bremen) mit ihm eingeladen.
Zufällig waren auch gerade Jörn Schubert (Gitarre) und Eike Freese (Gitarre und Gesang) von der deutschen Melodic Death Metal Band Dark Age im Studio, um die Drumline für Jörns anstehendes Solo-Projekt aufzunehmen. Da haben sie die Gelegenheit gleich genutzt, um uns und euch in gemütlicher Feierabendstimmung das durchaus unkonventionelle Projekt als Fusion klassischer Musik mit schwerem Melodeath näher vorzustellen. Auch hat er uns darüber berichtet, wer und was ihn zu diesem außergewöhnlichen Projekt inspiriert hat und welche Schwierigkeiten sich in der über einjährigen Pre-Production für ihn aufgetan haben.
In dem Sinne mag die Überschrift dieses Interviews womöglich für den Einen oder Anderen etwas irreführend sein, denn obwohl wir mit den Jungs von Dark Age gesprochen haben, ist die Band hier kein Thema. Als kleine Entschädigung dient vielleicht die abschließende Ankündigung der Jungs, mit der Aufnahme der nächsten Dark Age-Platte im September starten zu wollen.
Man darf also gespannt sein –
Viel Spaß beim Gucken!
Moderation: Arne Luaith; Kamera: Christian Mahncke

Das Interview (Textform)

Arne: Hi Leute! Ich bin hier in den Hammer Recording Studios mit Eike und Jörn von Dark Age. Wir haben gerade schon ein Interview mit Dirk Schlächter von Gamma Ray gemacht und die Jungs jetzt hier relativ spontan getroffen. Er hat gesagt: „Joa, die Jungs sind gerade hier … schnackt doch mal ein bisschen mit denen.“ Also: Was macht ihr hier gerade?
Eike: Wir produzieren gerade Jörns erstes Solo-Projekt, das wird eine EP erst einmal. Wir haben heute angefangen mit den Drums.
Arne: Was ist das für ein Projekt?
Jörn: Ja, das ist halt so mein „Lebensinhalt“. Ich mag halt sehr gerne klassische Musik und natürlich auch den Melodic Death Metal, und habe dann einfach mal versucht, das beides so zu kombinieren, dass beides voll zur Geltung kommt. Also auch richtig klassische Musik, klassischer Gesang – Sopran, Bariton, Orchester – und auf der anderen Seite halt volles Brett Death Metal. Und das beides eben in Verbindung gesetzt.
Arne: Gibt es dabei bestimmte Schwierigkeiten für dich oder bestimmte Dinge, die dir bei dieser Fusion besonders leicht fallen? Das ist ja jetzt nicht unbedingt so das Konventionellste, diese Idee.
Jörn: Also, ich habe letztes Jahr im Februar damit angefangen, das zu komponieren, und war mir am Anfang meiner Sache eigentlich relativ sicher. Als ich dann die Sänger-Suche abgeschlossen hatte und die ersten Probeaufnahmen gemacht habe, da hat sich dann gezeigt, wie schwer das denn wirklich ist. Also … die ganzen Songs waren teilweise in völlig falschen Tonarten komponiert. Die Sänger haben sich ständig beschwert: „Ja, das ist einfach nicht der Bereich um den Sopran richtig zur Geltung zu bekommen!“ Wenn dann Sopran und Bariton im Duett singen sollen, dann war der Bariton zu hoch oder zu tief angesetzt und … irgendwer fühlte sich immer nicht wohl. Das alles in Einklang zu bekommen war eine riesen Herausforderung. Und da musste ich dann halt alles noch einmal komplett neu komponieren.
Die nächste Aufgabe war dann das Arrangement für das Orchester. Da hat sich dann schnell gezeigt: Das ist wirklich eine gewaltige Aufgabe! Da habe ich dann jetzt mit jemandem zusammengearbeitet, der das auch wirklich beruflich macht. Und jetzt so langsam ist es an der Zeit, dass wir ins Studio gehen können; aber es hat halt über ein Jahr gedauert, um das wirklich auf den Punkt zu bekommen. Das war schwer.
Arne: Ist das jetzt schon die finale Produktion, oder ist es eher noch mitten im Arbeitsprozess drin?
Jörn: Ne, das ist jetzt schon eine finale Produktion. Das sind erstmal nur vier Songs, weil der Arbeitsaufwand so groß ist, alleine das Orchester mal eben bis zu 40 Spuren hat und die Gitarren – weil ich bin halt auch Solo-Gitarrist bei Dark Age – schon natürlich auch in den Vordergrund sollen. Da ist einfach so viel Alarm, dass wir jetzt erstmal vier Songs machen werden und damit dann erstmal gucken – Wie kann das weiter laufen? Mit welchen Partnern kann man dann vielleicht in der Zukunft zusammenarbeiten?
Arne: Also quasi erstmal so eine Art Demo-EP?
Jörn: Richtig, genau.
Arne: (An Eike) Du produzierst die Scheibe. Wie genau läuft das so? Kommt ihr gut voran? Was sind für dich die Schwierigkeiten und wie gefällt dir der momentane Stand der Dinge und das, was ihr bisher schon so an Resultaten habt?
Eike: Ganz gut, eigentlich. Wir haben ja heute erst angefangen, insofern … ganz exklusiv (lacht)! Euer Timing ist bombenmäßig, dann kann ich schonmal sagen. Wir haben heute einen ganz guten Schlagzeug-Sound gemacht, wie ich finde, was ja eigentlich eine ganz gute Grundlage für jede Art von Metal-Produktion ist. André hat da heute schon den ersten Song angehämmert, und das gut! Da bin ich natürlich als Producer ganz zufrieden; muss ich nicht soviel schneiden. Und … mal schauen! Wir haben uns jetzt zwei Wochen Zeit genommen und die Grundlage ist jetzt sozusagen fertig und gesetzt. Die Schwierigkeit dieser Produktion wird eigentlich eher sein – wie Jörn das schon am Anfang angedeutet hat –, die ganzen verschiedenen Stilelemente so einfließen zu lassen und zu produzieren, dass es nachher ein einheitliches Ganzes gibt. Sprich, es sind glaube ich 4 Sänger … (an Jörn:) 5 Sänger? … beteiligt?
Jörn: Ja, also allgemein sind es 3 Sänger: Bariton, Sopran und Shout. Und dann kommen natürlich auch Backings noch dazu. Da muss man dann mal sehen. Es werden halt auch Live-Recordings von klassischen Instrumenten gemacht werden wie Flöte, Klavier und all sowas. Aber das sind eigentlich eher Sachen: Wenn’s halt jetzt für die EP nicht funktioniert, dann reicht es auch aus, wenn die wegfallen. Aber im Großen und Ganzen sind es erstmal drei Gesänge, die da im Vordergrund stehen – Halt Shout, männlicher klassischer Gesang und weiblicher klassischer Gesang.
Arne: Also auch wirklich diese klassischen Sachen mit den Modernen im Gesangsstil selber drin gemischt?
Jörn: Ja. Also, gut, der klassische Gesang ist auch wirklich klassisch, also wie er in der Oper gesungen wird. Und die Shouts, die kommen aus der tiefsten Hölle.
Arne: Gab es für dich bestimmte Inspirationsquellen, was dich jetzt auf die Idee gebracht hat, das so zu machen?
Jörn: Na klar! Also damals, als Rhapsody ihre erste Scheibe auf den Markt geschmissen hatten, da hab‘ ich schon gedacht: „Mensch! Die machen ja genau das, was ich mir eigentlich schon immer vorgestellt habe!“ Und klar, die habe ich natürlich bis heute verfolgt. Und Nightwish natürlich genau so, die haben auch vielesm was ich sehr gut finde und liebe, auf den Punkt gebracht. Meine Musik wird aber facettenreicher sein. Ich glaube, Nightwish haben so eine Spur, die sie perfekt machen … allerdings finde ich, man kann das noch klassischer gestalten. Ich gehe da wirklich teilweise noch klassischer ins Detail. Du hast da teilweise wirklich nur Orchester oder nur Klavier mit klassischem Gesang, und das darf dann auch nur mal alleine stehen. Und dann gibt’s halt wirklich den Heavy Metal zusammen mit dem Orchester. Und auf der anderen Seite steht dann halt auch wirklich mal nur Melodic Death Metal. Also, die ganze Breite wird völlig abgedeckt und das ist halt bei beiden Bands nicht der Fall.
Arne: Du mischt also quasi wirklich das, was dir persönlich bei den verschiedenen anderen Künstlern gefallen hat, zusammen zu einem Großen Ganzen, was dir dann noch besser gefällt? Oder wo du denkst, dass du dich noch mehr damit verwirklichen kannst?
Jörn: Genau. Letztendlich … Ich war halt von Jugend an auch riesiger Fan von Yngwie Malmsteen, weil mich das Gitarrespielen so fasziniert hat und ich am Anfang, als ich – was weiß ich – 14 war, einfach nicht glauben konnte, wie man so Gitarre spielt. Das war für mich nicht nachvollziehbar und hat mich natürlich inspiriert, selbst da hin zu kommen. Dadurch ist natürlich bei mir dieser Gitarren-Einfluss auch das. Und Yngwie Malmsteen hat ja auch ganz viele neoklassische Elemente benutzt. Das kommt dann auch noch mit dazu.
Arne: Gibt es schon ein voraussichtliches Erscheinungsdatum für das Projekt und hat es schon einen festen Namen?
Jörn: Das sind die Sachen, die noch überhaupt nicht stehen. (beide lachen) Wie wird das heißen? Ich hatte in den letzten Monaten so viel Arbeit … ich hatte mal versucht, mir darüber Gedanken zu machen. Da ist mir nichts eingefallen. Es ist wirklich schwer, das auf den Punkt zu treffen. Wie kann man das benennen? Ich werde jetzt erstmal die Aufnahmen machen und irgendwann werde ich mich dann zurückziehen, das Ding in den CD-Player hauen und mich einfach mal inspirieren lassen von dem was da eigentlich zu hören ist.
Ein Erscheinungsdatum gibt’s auch noch nicht. Ich möchte einfach erstmal ganz viel herausfinden und versuchen. So: Was gibt es eigentlich für Resonanzen? Es ganz vielen Leuten zeigen und … wie das nun veröffentlicht wird und ob das veröffentlicht wird, das wird sich dann zeigen.
Arne: Für Fans welcher Bands oder Genres würdest du sagen, ist das jetzt quasi „wie gemacht“?
Jörn: Also, alle Menschen, die auch auf härteren Metal stehen, die würden – glaube ich – auch mit den klassischen Elementen klarkommen. Sicher, es gibt ganz viele, die sagen: Wenn irgendwo ein klassischer Sänger oder eine Sängerin anfängt, dann ist bei mir sofort aus und ich kann das nicht leiden. Klar, für die ist das dann natürlich nichts. Oder die müssen es dann vielleicht auch doch einfach mal ausprobieren. Weil, manchmal wird man dann nämlich doch überrascht. Ich habe nämlich tatsächlich auch schon mit vielen Leuten zusammengearbeitet, die gesagt haben: „Nee, so mit klassischem Gesang – Das ist nichts für mich.“ Und dann haben die sich meine ersten Demo-Aufnahmen von meinem Studio, also Proberaum-Aufnahmen, angehört und gesagt: „Ach! Das klingt ja doch nicht so schlimm!“ (lacht) Der klassische Gesang, der kann sich da so prima integrieren … ich glaube, da kann eder einfach mal versuchen, sich reinzuhören. Und wenn das einfach nichts ist – dann halt nicht. Aber ich glaube, die Musik ist so facettenreich, sie ist einfach interessant zu hören. Und wenn Menschen Lust haben, einfach mal viel zu entdecken, dann ist das genau das Richtige! Weil halt von-bis da alles drinnestecken wird. Und Menschen, die auch einfach das Verspielte ein Bisschen mögen. Viele Klavierparts, die auch ausarrangiert sind. Und wie gesagt: Das ganze Orchester! Kleinigkeiten, die man vielleicht nur über Kopfhörer hört. Ja, (Leute, die) die Spaß haben, sowas zu entdecken.
Arne: Also sehr komplexe Arrangements und auch so ein Hauch progressive Schiene schon, jetzt im Vergleich zum „normalen“ Metal?
Eike: Eine Mischung aus Nightwish und Nevermore!
Jörn: Ja, genau! Das trifft es vielleicht ganz gut. Natürlich so die Gitarren, die zwiebeln schon mal ordentlich ab. Aber auf der anderen Seite lasse ich immer ganz viel Platz und ich versuche natürlich auch auf der anderen Seite, die Songs nie zu überladen. Also, die können auf jeden Fall auch so durchrödeln und man kriegt da keine blutenden Ohren. Hoffe ich zumindest! (lacht) Das sing Songs, die in’s Ohr gehen. Kein Gegniedel und Gefiedel um irgendwie zu zeigen: „Hey! Ich kann hier krass komponieren“ oder „Ich kann so derbe schnell Gitarre spielen.“ Sicherlich zeigt man das an einigen Stellen, aber auch wirklich nur da, wo es dann halt passt; und dann reicht das auch. Und dann … auch mal Platz für anderes.
Arne: In welche Richtung gehen die Lyrics?
Jörn: Die sind jetzt bei dieser EP schon recht persönlich. Das sind Sachen, mit denen ich mich in meinem Leben sehr viel beschäftigt habe. Es geht um die Psyche verschiedener Menschen, die ich kennengelernt habe, die auf der Suche sind … sich eigentlich von den eigenen Schwierigkeiten und den eigenen Dämonen zu befreien. Also eigentlich im Prinzip so von der Frage: Hat der Mensch eigentlich einen eigenen, freien Willen? Man will ja immer frei entscheiden und seinen Weg gehen. Komischerweise macht man das aber nicht. Und man stellt sich immer die Frage: „Warum zum Teufel kann ich diesen Weg nicht gehen?“. So … man weiß doch, wie’s geht? Man ist doch nicht blöd! Aber irgendwie tut man’s halt trotzdem nicht. Was da so hinter steckt …
Arne: Sehr emotional, sehr persönlich.
Jörn: Ja, schon.
Arne: (An Eike:) Wenn das Projekt jetzt in der Produktion weiter fortschreitet, was erhoffst du dir dafür? Was versprichst du dir und was erwartest du, wie es vlt. ankommen wird? Und in der Arbeit, wie sich das alles entwickelt?
Eike: Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass wir uns sofort eine Veröffentlichung versprechen. Ich glaub’ es wird veröffentlicht und … was verspreche ich mir davon? Dass eigentlich Jörn damit happy ist. Also, das ist eigentlich das Hauptziel! Also, ich denke mal dass er es dann veröffentlichen wird, dass Jörn dann eine Grundlage für sein Solo-Projekt hat und dass das Ding seinen Lauf nehmen wird. Das wird schon von alleine gehen! Also, da bin ich fest von überzeugt. Wir machen jetzt wie gesagt erstmal diese EP damit das Ding den Weg in den Laden findet.
Arne: Und vielleicht auch für die internationalen Zuschauer: In welchen Ländern strebt ihr denn eine Veröffentlichung an?
Eike: Oh, da müssen sich dann die Leute drum kümmern, die dann dafür verantwortlich sind. Ich glaube, unser Job endet nach der Musik. Meistens ist so eine Veröffentlichung dann ja … also, weltweit. Wir sind ja mit Dark Age bei FM Records. Also je nach Bandübernahme, Vertrag und Vertriebsmöglichkeiten sind eigentlich VÖs heutzutage ab einem bestimmten Level weltweit, in sofern überlasse ich das dann den Profis hinter dem Schreibtisch.
Arne: Es klingt sehr vielversprechend! Ich bin gespannt. Möchtet ihr noch irgendwelche letzten Worte an die Fans richten?
Jörn: (guckt erst verdutzt, fängt dann an zu lachen; Eike lacht lauthals): Ja, das ist natürlich … also in dem Moment möchte man natürlich irgendwas richtig Cooles raushauen. Dann fällt einem natürlich gerade nichts ein. Auf jeden Fall bin ich so froh, dass es so viele Menschen gibt, die Musik lieben und vom Herzen gerne hören und dahinter stehen. Die Musik lebt nur, wenn die Menschen – die Leute! – sie sich anhören. Es ist so überlaufen, oft, dass man viele Musik gar nicht hört, die man eigentlich vielleicht lieben würde. Und ich hoffe, dass alle die Ohren offen halten und die Musik finden, die ihr Herz berührt.
Arne: … ind vielleicht kannst du da ein Stück weit mithelfen mit deiner Musik.
Jörn: Ich werd’s auf jeden Fall versuchen! Natürlich, klar.
Eike: Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Checkt mal Dark Age bei Facebook. Jörn wird sicherlich auch über diese Plattform jetzt viel von seinem Solo-Projekt berichten. Wer Lust hat, einfach mal online schauen und sich darüber informieren, und … Jörn lässt euch wissen, wie weit wir sind!
Arne: Viel Erfolg für das Projekt und alles Gute!

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