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Interview: Gamma Ray

mit Dirk Schlächter vom 25. April 2011 im Tivoli, Bremen
Am Ostermontag, dem 24.5. hatten wir die Gelegenheit, mit Gamma-Ray-Bassisten Dirk Schlächter kurz vor dem Auftritt der Band im Zuge der Skeletons and Majesties Mini-Tour 2011 im Tivoli, Bremen, über das neue Mini-Album (eben „Skeletons and Majesties“) und die damit verbundenen Unplugged-Songs zu sprechen, welche die Band jetzt live präsentiert. Viele Fans konnten sich nur recht schwer einen so großen Anteil an unplugged gespielten Songs in der Setlist vorstellen, doch das Konzept ging scheinbar gut auf! Trotz etwas geringerem Besucherandrang war das anwesende Publikum gut gelaunt und ließ es wie gewohnt krachen.
Es soll noch dieses oder nächstes Jahr eine Welttournee mit dem Unplugged-Konzept folgen, sowie ein DVD-Release Anfang des Jahres 2012!
Zudem erzählte uns Dirk einiges über seine Anfänge im Musikgeschäft, die Frühentwicklung der Band, seinen ersten Kontakt zu Kai und nicht zuletzt die angepeilte Zukunft von Gamma Ray.
Seht und hört selbst – viel Spaß beim Gucken!
Übrigens haben wir nach dem Interview auch eine umfangreiche Foto-Galerie für euch geschossen, die ihr in unserer Konzertfotos-Rubrik bestaunen könnt!
Moderation: Alexander Kipke; Fotografie: Arne Luaith; Kamera: Arne Luaith, Christian Mahncke

Das Interview (Textform)

Alex: Hallo Leute, ich sitze mit Dirk Schlächter im Gamma Ray Tourbus! Würdest du dich bitte unseren Zuschauern kurz vorstellen?
Dirk: Hi, ich bin der Dirk! Ich bin der Bassist von Gamma Ray und wir sind hier bei uns im schicken Tourbus.
Alex: Jetzt gerade ist euer Mini-Album „Skeletons & Majesties“ erschienen, kannst du uns dazu irgendwas erzählen?
Dirk: Ja, die Skeletons-Idee ist nichts Neues. Es gibt zehn Studioalben von uns und wir spielen live natürlich immer nur ein paar Songs davon. Da entsteht dann immer so eine alte Diskussion – „Wieso habt ihr den Song nicht gespielt? Und wieso den nicht?“ Aus dem Grund haben wir damals schon Skeletons I gemacht und gesagt: „Jetzt spielen wir mal nur Songs, die wir noch nie gespielt haben; oder zumindest schon ganz lange nicht mehr“. Und da haben wir uns gedacht, das machen wir jetzt mal wieder, weil es jetzt einfach so viele Songs gibt, die die Bühne noch nicht oder schon lange nicht mehr gesehen haben. Zum Zweiten haben wir uns gedacht, so ein paar Songs – oder diese typischen Gamma Ray-Hits, also die, die immer gespielt werden sollen oder von denen es immer verlangt wird, da sonst die Leute beleidigt sind –, einfach mal in einer anderen Version zu bringen. So ein bisschen die Unplugged-Kiste. Und um das so ein bisschen darzustellen haben wir eben mal schnell zwei Songs in der einen Art – in der „Skeletons-Art“ und zwei Songs in der Unplugged-Art aufgenommen. Und das ist auf dem Mini-Album zu hören. Es ist wie gesagt nur eine EP, eigentlich, und da haben wir dann noch ein bisschen Bonuszeugs drauf gepackt. Auf der CD ist ja viel Platz, ne? Aber ich denke, es wird ja auch nur zum EP-Preis verkauft und deswegen ist das auch ’ne ganz schicke Sache.
Alex: Du sagtest ja gerade, einige Songs sind unplugged. Ich denke für einen Großteil der Fans wird es vielleicht ein bisschen gewöhnungsbedürftig sein, Gamma Ray unplugged zu hören. Was denkst du darüber?
Dirk: Ja, das können sich die Leute anscheinend nicht gut vorstellen. Vor allem wollten wir eigentlich eine längere Tournee mit dieser Idee machen. Ursprünglich wollten wir sogar mal ein ganzes Konzert unplugged machen. Das konnte sich aber irgendwie kein Mensch vorstellen und dann ist es immer weiter zusammengeschrumpft. Dann haben wir gesagt „wir machen das in einer Show“ es war immer noch schwierig. Dann haben wir beschlossen, diese Mini-EP zu machen, um die Sache so ein bisschen vorzustellen. Wir haben an der Produktion echt Spaß gehabt, wir haben wirklich zusammen aufgenommen, also das Grundgerüst. Das haben wir bei den anderen Songs auch gemacht! Es sind alle zusammen eingespielt, ohne Metronom. Einfach drauf losgespielt und dann halt ein bisschen zurecht produziert. Ich denke, bei den beiden Songs, die wir da jetzt aufgenommen haben, ist was ganz lustiges daraus geworden. Das hätte man sicherlich von uns so nicht erwartet und man hätte auch gar nicht gedacht, dass wir so etwas können. Aber jetzt ist es auch auf der Bühne zu sehen … zum Glück!
Alex: Bands wie die Scorpions und Metallica, die haben ja auf dem selbstgefühlten Zenit ihres Schaffens auch angefangen, Unplugged- und Akustikversionen ihrer Songs zu interpretieren. Denkst du, Gamma Ray ist jetzt auch schon auf dem selbstgefühlten Zenit, oder wo soll es hingehen?
Dirk: Das wohl nicht. Aber man könnte sagen, vielleicht sind wir einfach alt genug dafür? Ich denke mal, wir haben das einfach noch nie gemacht. Es gibt zwar einige Balladen, wo mal Akustikgitarren drin sind oder auch mal ein Klavier zu hören ist. Die gab es aber auch vorher schon. Das jetzt ein ganzer Song ohne Bratgitarren auskommt, ich sag‘ mal ohne die verzerrten Rhythmusgitarren, die für uns eigentlich typisch und eine Basis im Sound sind, das ist sicherlich neu. Und das hat mit Zenit glaube ich nichts zu tun, sondern einfach damit, dass wir da Bock drauf hatten.
Alex: Letztes Jahr ist euer Studioalbum „To The Metal“ erschienen. Was waren jetzt im Rückblick die häufigsten Fan-Reaktionen darauf?
Dirk: Ja, sagen wir mal so: Es hat wirklich tatsächlich mal eigentlich kaum einer gemeckert! Und auch nicht irgendwie, dass irgendein Song mal aneckt und so. Selbst bei dem Song „Empathy“ – der erste Song auf der Scheibe –, da waren wir uns wirklich nicht sicher. Der hat ja diesen Disco-Stampf-Chorus, und da waren wir uns nicht sicher, wie das aufgenommen wird. Aber gerade der ist wirklich so durch alle … sagen wir mal „Fraktionen“ … unserer Fans hindurch aufgenommen worden. Da gibt’s ja so die verschiedenen Fraktionen, sage ich da immer. Es gibt die Altfraktion, die unbedingt den klassischen, alten Stil – sehr melodisch und eher mit Speed und Doppel-Bass – hören will. Und bloß nichts Modernes! Und dann gibt es halt auch jüngere und andere Fans, die eher offen für so etwas sind. Dann gibt’s auch Leute, für die wäre so ein „Abdriften“ in so etwas „Nur-Tanzbares“ und fast schon Discomäßiges fast unvorstellbar. Selbst Leute, die wussten, dass sie das nicht mögen, feiern den Song ab; also jetzt was jetzt diesen Song betrifft. Ansonsten ist „To The Metal“ halt auch stilistisch sehr … sagen wir mal: Wir ecken schon so ein bisschen hier und da an und lugen mal raus so nebendran, bleiben aber diesem Gamma Ray-Sound treu. Deswegen hat da wohl auch keiner was zu meckern gehabt. Wird schwierig, was wir jetzt als Nächstes machen! Weil – letztendlich – war das schon ein Statement. Dass vom Ding her eigentlich die ganze Scheibe klarer war als „Land Of The Free II“ zum Beispiel. Es ist als Scheibe wesentlich kompakter und als Ganzes auf den Punkt gebracht. Viel mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Deshalb haben wir es auch „To The Metal“ genannt, um diesen Stand – wie wir Metal sehen – irgendwie einmal darzustellen. Und um auch stilistisch so ein Bisschen nach rechts und links zu schauen, aber trotzdem bei dem Ding zu bleiben. Das ist ganz gut gelungen! Da kann man richtig überlegen: Was machen wir denn jetzt als Nächstes? Ne?
Alex: Vielleicht ist das doch der Zenit?
Dirk: Ne, das bestimmt nicht! Weil … wir haben eigentlich immer so überlegt: Du machst ja eigentlich letztendlich immer das was du in dem Moment denkst und fühlst. Und wir legen uns ja nicht irgendwelche Grenzen auf und sagen: „Ey! Wir müssen bei der Scheibe, die wir gerade am machen sind, dabei jetzt unbedingt wieder mehr Speed reinbringen!“ Oder: „Wir müssen wieder ein bisschen altbackener, riffiger klingen!“ Oder was weiß ich. Das tun wir gar nicht. Wir treffen uns zwar und tauschen uns so ein bisschen aus, was jeder gerade gerne hört und was man vielleicht gerne machen würde. Darüber reden wir. Letztendlich komponiert dann aber wieder jeder für sich, wie es ihm gerade passt. Und diesen roten Faden oder den Ganma Ray-Sound legen wir einfach da drüber, indem das vier Musiker sind, die halt ihren Sound haben und seit fast fünfzehn Jahren zusammen Musik machen. Das macht es halt aus und da kann eigentlich jeder Song … sag ich mal diesen Sound kriegen. Natürlich gibt’s da so ein paar Stellen, wo wir das und das sagen … ja! Es muss ja auch allen gefallen! Es muss jeder dahinter stehen. Wir haben uns eigentlich nie nach irgendwelchen Vorgaben oder Trends gerichtet. Es gab eigentlich nie – das war das Schöne und das ist ein Punkt, den ich bei Gamma Ray all die Jahre sehr geliebt habe – auch was das Songwriting und so betrifft keine Richtlinien, Vorschriften oder irgendwas. Und das wird sich wohl hoffentlich auch nicht ändern!
Alex: Ein ganz besonderer Song auf der Platte ist ja auch „No Need To Cry“. Kannst du dazu etwas erzählen?
Dirk: Natürlich! Den Song habe ich selbst geschrieben und er dreht sich ganz direkt um den Tod von meinem Vater, das ist jetzt schon ein paar Jahre her. Der Song ist ein Rückblick. Ist natürlich so eine Mischung aus Trauer und aber auch ein bisschen Wut im Nachhinein, deshalb auch dieser Mittelteil mit der Akustikgitarre – sehr ungewöhnlich vielleicht für eine Ballade (lacht) –, aber mit diesem leicht vorwurfsvollen Ton. Das ging mir irgendwie durch den Kopf und das ist einfach ein Nachruf, mehr oder weniger, an meinen Vater. Wenn man das weiß im Hintergrund, dann ist der Text auch ganz, ganz klar zu verstehen. Da muss man gar nichts mehr zu sagen.
Alex: Ja, ich meine auch eher: Hat dir der Song auch seelisch oder auf andere Weise geholfen?
Dirk: Ja gut, man könnte sagen: Der musste raus! Der musste einfach weg und das hat mir auf der Seele gelegen; oder wie auch immer. Und das war wohl auch so. Da sind einige Textzeilen, die sind wirklich einfach so – ohne das ich mich hingesetzt und überlegt habe: Wie drücke ich denn jetzt dieses Ding aus? Und wie schreibe ich das? – gekommen. Gerade beim Refrain hatte ich die Akkorde schon und war so am probieren mit dem Gesang. Das kam wirklich einfach raus, dieses „No need to cry, no need to die“. Das kam einfach raus und das musste dann wohl auch raus. Ist ja nicht der einzige Song über den Tod. Dem Kai seine Mum ist ja auch nicht lange her gestorben und der Song „Mother Angel“ ist seiner Mum gewidmet. Da haben wir also beide mit sowas zu tun gehabt.
Alex: Gut, dann ein paar Fragen zur Geschichte! Du bist ja seit 1991 als festes Bandmitglied dabei und warst vorher als Sessionmitglied bei Gamma Ray. Warum war das so?
Dirk: Das ist ganz schnell erklärt! Ich habe Kai 1989 auf der Musikhochschule in Hamburg kennen gelernt. Man glaube es kaum … auf der Musikhochschule! Da gab es damals – ich glaube die gibt’s heute noch – „Kontaktstudiengänge Popularmusik“. So heißt das, und das wird von dieser Hochschule für Musik und darstellende Kunst in den Semsterferien gemacht. Da war er gerade bei Helloween raus und hatte die Songs für die erste Gamma Ray-Scheibe schon fast alle am Start. Da haben wir uns kennen gelernt. Ich war als Bassist da und er wollte mich eigentlich auch gerne, weil er noch keine feste Tourband hatte, sondern nur Leute für’s Studio. Da sagte er, er würde mich gerne als Bassisten für die Tour haben. Und damit ich irgendwie namentlich schonmal erwähnt werde, sollte ich jetzt eigentlich … vielleicht – weil er schon eine Band für’s Studio hätte – einen Song im Studio spielen. Den wir auch in der Musikhochschule gespielt haben und der auch heute Abend performed wird, „Money“ heißt der alte Song. Das war so der erste Song, den ich gespielt habe.
Den habe ich habe halt auch auf der Scheibe gespielt. Und dann kam alles anders! Der Schlagzeuger hat aufgehört. Also der Schlagzeuger und der Bassist, die für Kai die Heading gespielt haben, die hatten selber noch ne Band. Die hat sich aufgelöst während der Zeit und dann blablabla … Der Schlagzeuger hat ganz aufgehört, dem war dieses professionelle Musikding irgendwie nichts. Das war ihm zu wenig Musik machen und zu viel drum herum. Da kann ich ihn auch verstehen! Um’s kurz zu machen, der Bassist wollte gerne, dass ich dabei bleibe; der Uwe Wessel damals. Und das Zweite war, dass Kai ursprünglich vorhatte, alleine Gitarre zu spielen. Und der Ralf hat ja damals noch gesungen. Er hatte aber so viele Gitarrenspuren aufgenommen auf der Heading, das es unmöglich war, das mit einer einzigen Gitarre wiederzugeben. Also hatte er eine zweite Gitarre gefordert. Und da ich ja auch Gitarre spielen konnte – ich war jetzt vielleicht nicht so der Metal-Mann an der Klampfe, das habe ich mir halt ein bisschen drauf geschafft – war ich erstmal Gitarrist für die ersten Tourneen. Bis es mich irgendwann mal gebissen hat, dass ich eigentlich vom Herzen Bassist bin; dann dann hab’ ich wieder gewechselt. So kam das. Die erste Tour war ´90 und eigentlich bin ich quasi von Anfang an dabei.
Alex: Und wie waren so die ersten Konzerte damals? Wie hast du dich gefühlt, was hast du empfunden?
Dirk: Uh, die ersten Konzerte musste ich natürlich, weil ich – sagen wir mal – gerade ein halbes Jahr vor der ersten Tournee richtig intensiv angefangen habe, Gitarre zu spielen – und gerade diesen Metal-Stil – die Heading rauf und runter spielen und üben. Ich war natürlich mit der Gitarre noch nicht so bühnensicher wie mit dem Bass. Die erste Tournée war für mich mit sehr viel Konzentration verbunden. Das war auf der zweiten Tournée … das sieht man auch, da war ich völlig eins mit der Klampfe. Da hat das auch Spaß gemacht. Die erste war sehr, sehr konzentriert. Das weiß ich noch, da musste ich mich sehr an diese Bühnen und die Lautstärke und alles gewöhnen. Aber dann war das schon okay. Also, ich musste mir schon sehr auf die Finger gucken.
Alex: Und wie ist es heute so? Nur noch ein normaler Job oder immer noch spannend?
Dirk: Es ist auf jeden Fall spannend, gerade diese Tour. Das jetzt heute ist sehr spannend, weil die Songs in der Besetzung nie oder schon ganz lange nicht gespielt wurden; man hat irgendwie neu angefangen. Viele Songs sind wie gesagt in der Besetzung gar nicht gespielt worden und wir hatten echt relativ wenig Zeit zum Proben, deswegen ist das heute ’ne ziemlich lampenfieber- und konzentrationsreiche Sache. Natürlich ist man irgendwie nach einer gewissen Zeit auch recht abgewichst, so als – sag’ ich jetzt mal – Profi auf der Bühne; wenn man sagt, dass man das kann. Selbst wenn man kurz vorher – selbst vor der Bühne nochmal kurz – auffrischt: „Wie war denn nochmal das?“, und fragt sogar nochmal einen Kollegen: „Ey, war das da die Moll- oder die Dur-Terz im Lauf? … Ah ja!“, dann speichert man das ab und schon spielt man das auch richtig. Es wäre früher vielleicht hundertprozentig schief gegangen …
Alex: Hast du schon mal einen Song ganz schlimm in den Sand gesetzt?
Dirk: Ja, man hat natürlich schon mal irgendwelche Patzer gehabt. Aber sagen wir mal: Ich erinner mich, dass wenn du mal ’ne Stelle hast, wo du alleine anfängst auf deinem Instrument, oder mittendrin im Song bist und so einen Aussetzer hast und gar nicht mehr weißt, wie der Riff geht, dann ist das natürlich mega-peinlich. Das ist mir einmal auf der Gitarre passiert bei ’nem Song bei ’ner Show in Griechenland, wo ich nicht mehr wusste, wie dieser Riff ging. „Heavy Metal Mania“ war das, diese Cover-Version war von uns. Und „dada“ und „dada“ und „dada“ … und da und dann wusste ich nicht mehr, wie der geht. Es ist eigentlich ein ganz einfacher Riff, aber man kann ihn schön verdrehen. Da wusste ich irgendwie gar nichts mehr … hab’ ich Kai angeguckt und er hat ihn dann übernommen. Er hat das gemerkt.
Wie die Band dann eingestiegen ist, da war alles wieder klar. Aber alleine spielen, das war wie ein Blackout. Das passiert mal, ne? Ist auch schon sehr lange her und wie gesagt, da habe ich noch Gitarre gespielt.
Alex: Wie empfindest du die Verbindung zwischen Gamma Ray und Helloween, die jetzt über die Zeit gewachsen ist? Ist das etwas familiäres oder ist es eher manchmal durch die Manager zusammengematscht worden?
Dirk: Ne, das ist überhaupt nicht durch die Manager zusammengematscht worden, denn die Idee hatten wir ja schließlich selber. Also, auch für diese gemeinsame Tournée nach Land II, die Hellish Rock Tour. Die Idee hatten wir ein Jahr vorher auf ’nem … ich glaube Masters of Rock … irgend so einem Festival in Osteuropa, wo wir beide gespielt haben. Masters of Rock war das, genau! Wo wir schon aus Spaß dieses „I Want Out“ und „Future World“ zusammen gespielt haben, mit allen Mann auf der Bühne. An dem Abend, nach ein paar Drinks am Hotel-Pool, ist die Idee gewachsen. Es ist viel darüber geredet worden und nach ein paar Monaten wurde es dann konkret, da habe ich einmal ganz lange mit dem Andi Deris gesprochen. Der Rest war dann Sache der Manager. Okay, wir haben in dem Sinne keinen Manager …
Und es ist so ein bisschen dies und das ausgehandelt worden, und auf der Tournee war es wirklich eine große Familie; es ist wirklich sehr, sehr stressfrei gewesen und total locker. Es haben alle als wirklich entspannte und harmonische Tour empfunden. Wie gesagt, es war vorher nicht unbedingt anders in der „Nach-Kai-Zeit“. Nach Helloween ist sicherlich viel schmutzige Wäsche gewaschen worden, aber davon hat man jetzt überhaupt nichts mehr gemerkt. Und wenn man sich sieht, dann ist das super herzlich. Also, es ist wirklich gut!
Beide haben wir uns jetzt wieder gesehen auf der letzten Helloween-Tour und da haben wir auch gesagt: Das müssen wir wieder machen! Mal schauen, was da so passiert.
Alex: Man munkelt ja, dass der Michael Kiske wieder irgendwo ein bisschen mitarbeiten wird bei Gamma Ray. Kannst du dazu etwas erzählen?
Dirk: Ja, wann zeigt ihr das denn hier? He,he … nein, das kann man ruhig schon sagen! Er wird in Bochum und in Pratteln bei zwei oder drei Songs mit auf die Bühne kommen.
Alex: Wie ist es denn für deine Kinder, eine Metal-Legende als Vater zu haben?
Dirk: Naja, Metal Legende … auf jeden Fall: Der Große, der ist 18, der Milan. Er ist auch heute mit mir unterwegs, ist auch mit auf dieser Kurz-Tour, hat rein zufällig Ferien und hilft auch ein bisschen mit; steht am Merchandise-Stand. Er spielt selber auch Gitarre und ist sowieso mehr in der heftigen Metal-Musik drinne, als ich. Der andere, der Kleine, wird jetzt im Juli 7 Jahre alt … er hat seinen ganz eigenen Geschmack. Ich bin da noch nicht ganz durchgestiegen. Denn es gibt viele Gamma Ray-Songs, bei denen – wenn ich ne Gamma Ray-CD auflege – weiß er genau die Titelnummern, die er hören will und welche nicht, und dann sagt er: „Ne, weiter, den Nächsten!“ Und ja, er scheint es wohl auch sehr gut zu finden. Aber er war jetzt auch nicht großartig mit bei Konzerten, deswegen kann man da noch nichts sagen.
Alex: Welche Pläne gibt es noch für die nähere Zukunft der Band?
Dirk: Jetzt nehmen wir ja wie gesagt zwei Shows für eine DVD auf, die dann auch direkt nach dem Sommer heraus kommen soll. Und dann – witzigerweise dann – soll auch nach dem Sommer diese Skeletons & Majesties-Geschichte um die Welt gehen. So ist es eigentlich gedacht: Dass es nochmal eine Tour gibt, weil das jetzt zur Mini-LP auch nur eine Mini-Tour ist. Diese ganze Arbeit die wir jetzt reingesteckt haben müssen wir auch mal um die Welt bringen. Es ist schwierig, das Konzept mit diesem Unplugged den Veranstaltern weltweit näher zu bringen. Deswegen kommt jetzt umgekehrt erst die DVD und dann eine große Tour. Schauen wir mal, was daraus wird. Das ist der Plan … Die DVD sollte nach Sommer rauskommen, und die Tour eben auch gleich im September oder Oktober folgen; so wird das passieren. Danach muss es eigentlich ganz schnell an neue Songs gehen und dann an die nächste Scheibe. Schauen wir mal, wie da also die Pläne von allen Leuten sind. Da müssen wir dann erstmal drüber reden: wie oder was? Eigentlich sind wir dann direkt im Songwriting.
Alex: Konkrete Titel oder Ideen gibt’s noch nicht?
Dirk: Es gibt noch so Überbleibsel, Sachen die man angefangen hat oder auch schon erste Ideen. Wenn man mal eben am Rumdaddeln ist und mal eben so einen schönen Riff hat, dann brät man den so irgendwie auf‘s Telefon oder auf das Diktiergerät – da hatte man das früher gemacht –, um den Riff nicht zu vergessen. Und dann singt man vielleicht auch schon irgendwas dazu. Da gibt es sicherlich schon Ideen. aber konkrete Songs gibt es glaub ich noch nicht wirklich. Höchstens ein paar Left-Overs oder schon angefangene für „To The Metal“, die halt noch nicht die Reife hatten.
Alex: Okay, alles klar! Ich danke dir, Dirk, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast! Es hat uns großen Spaß gemacht. Möchtest du noch ein letztes Schlusswort an die Fans richten?
Dirk: Ja, mein letztes Schlusswort an die Fans ist: sauft nicht so viel! Lasst das auch mit dem Kiffen und Drogen und so. In Maßen bitte! Ansonsten verschwendet nicht so viel Zeit mit irgendeinem Blödsinn, dann kriegen wir das noch hin, das die Welt noch eine Weile existiert, ne?

Kommentare von Besuchern

22. November 2011, 10:48
Gina sagt:
wo wurde gamma ray gegründet???

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